Muskarinische Acetylcholinrezeptoren gehören zu den G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Autoantikörper gegen verschiedene muskarinische Rezeptorsubtypen werden bei Sjögren und anderen immunologischen Fragestellungen erforscht. Eine aktuelle Studie untersuchte Antikörper gegen M1 bis M5 bei Menschen mit Sjögren und fand Gruppenunterschiede; die funktionellen Experimente konzentrierten sich allerdings auf ausgewählte Rezeptorsubtypen und etablieren M4 damit nicht als klinischen Routinetest.
Reviews zu neuen Sjögren-Autoantikörpern beschreiben muskarinische Rezeptor-Antikörper als interessante Kandidaten, betonen aber zugleich Probleme wie heterogene Assays, widersprüchliche Assoziationen, kleine Kohorten und fehlende Harmonisierung. Die aktuell etablierten ACR/EULAR-Klassifikationskriterien für primäres Sjögren stützen sich auf Anti-SSA/Ro, Speicheldrüsenhistologie sowie objektive Augen- und Speicheldrüsentests; M4-AChR-Autoantikörper gehören nicht zu diesen Kriterien.
Ein positives M4-Ergebnis kann daher höchstens im Rahmen einer spezialisierten oder wissenschaftlichen Fragestellung betrachtet werden. Es bestätigt Sjögren nicht und ein negatives Ergebnis schließt die Erkrankung nicht aus. Referenz und Positivitätsgrenze sind methodenabhängig und sollten nur mit Kenntnis des konkreten Assays interpretiert werden.