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Canadian Consensus Criteria (CCC): ME/CFS-Kriterien verständlich erklärt

Die Canadian Consensus Criteria von 2003 sind ein klinischer Kriterienkatalog für ME/CFS. Sie verlangen neben Fatigue ausdrücklich PEM, Schlafstörungen, Schmerzen und neurologisch-kognitive Manifestationen sowie weitere autonome, neuroendokrine oder immunologische Symptome.

Kurzantwort

  1. Die Canadian Consensus Criteria (CCC) wurden 2003 als klinische Falldefinition für ME/CFS veröffentlicht.

  2. Für Erwachsene verlangen sie ein über mindestens sechs Monate bestehendes Krankheitsbild mit mehreren Kernmerkmalen, darunter Post-Exertional Malaise (PEM).

  3. Die CCC sind Kriterien für die klinische Einordnung – kein einzelner Online-Test kann Diagnose, Differenzialdiagnostik und ärztliche Untersuchung ersetzen.

ME/CFS lässt sich nicht durch einen einzelnen Laborwert bestätigen. Die Canadian Consensus Criteria strukturieren deshalb ein charakteristisches klinisches Symptommuster und gehören im deutschsprachigen Raum zu den etablierten Kriterien für die ärztliche Einordnung.

Das Wichtigste zu den CCC

  • PEM ist ein erforderliches Kernmerkmal

  • Fatigue, Schlafstörung, Schmerzen und neurologisch-kognitive Symptome werden gemeinsam bewertet

  • zusätzlich werden autonome, neuroendokrine und immunologische Manifestationen berücksichtigt

  • bei Erwachsenen ist eine Erkrankungsdauer von mindestens sechs Monaten vorgesehen

  • Ausschluss beziehungsweise Einordnung anderer Erkrankungen bleibt Teil der klinischen Diagnostik

Autor

Frederik Marquart

Founder & CEO, Elara Health

Verantwortliche Redaktion

Elara Health

Patientennahe Gesundheitsinformation

Letztes Update

17. September 2026

Was sind die Canadian Consensus Criteria?

Die Canadian Consensus Criteria wurden 2003 von einem internationalen Expertengremium als klinische Arbeitsdefinition für ME/CFS veröffentlicht. Anders als ältere, breiter gefasste CFS-Definitionen verlangen sie mehrere für ME/CFS typische Symptomgruppen gleichzeitig.

Das D-A-CH-Konsensusstatement beschreibt die CCC als in der klinischen Diagnostik bewährten Kriterienkatalog und hebt besonders die Rolle von PEM als Leitsymptom hervor.

Welche Hauptmerkmale verlangen die CCC?

Die Kriterien betrachten ME/CFS als multisystemisches Krankheitsbild. Für die Einordnung werden mehrere Kernbereiche gemeinsam beurteilt, statt chronische Müdigkeit allein als ausreichend anzusehen.

  • Post-Exertional Malaise beziehungsweise postexertionelle Verschlechterung

  • pathologische Fatigue mit deutlicher Einschränkung der Alltagsfunktion

  • Schlafstörung beziehungsweise nicht erholsamer Schlaf

  • Schmerzen

  • mehrere neurologische oder kognitive Manifestationen

Welche zusätzlichen Symptomgruppen gehören dazu?

Zusätzlich zu den Kernmerkmalen fordern die CCC Symptome aus mindestens zwei von drei weiteren Bereichen. Damit sollen systemische Begleitmanifestationen strukturiert berücksichtigt werden.

  • autonome Manifestationen, zum Beispiel orthostatische Beschwerden

  • neuroendokrine Manifestationen

  • immunologische Manifestationen

Warum spielt PEM eine so zentrale Rolle?

PEM beschreibt eine unverhältnismäßige Verschlechterung nach körperlicher, kognitiver oder anderer Belastung. Sie kann verzögert einsetzen und deutlich länger anhalten als normale Erschöpfung.

Genau diese Belastungsreaktion unterscheidet ME/CFS von vielen anderen Ursachen chronischer Müdigkeit. Die CCC verlangen PEM deshalb als Bestandteil des charakteristischen Symptommusters.

Wie unterscheiden sich CCC und IOM/NAM-Kriterien?

Die 2015 vom Institute of Medicine, heute National Academy of Medicine, vorgeschlagenen Kriterien sind kompakter und fokussieren eine kleinere Zahl zentraler Merkmale. Die CCC erfassen dagegen mehr Symptomgruppen und sind dadurch detaillierter.

Breitere oder kürzere Kriterien können für eine erste Verdachtsstrukturierung hilfreich sein; strengere Kriterien wie die CCC werden häufig genutzt, wenn das klinische Muster genauer beschrieben oder eine Forschungspopulation abgegrenzt werden soll. Die verschiedenen Kriterien sind deshalb nicht einfach austauschbar.

Kann man die Canadian Consensus Criteria online testen?

Ein Online-Fragebogen kann Symptome entlang der CCC strukturiert abfragen und sichtbar machen, welche Bereiche auffällig sind. Das kann die Vorbereitung auf ein ärztliches Gespräch erleichtern.

Eine Diagnose entsteht daraus aber nicht automatisch. Erkrankungsdauer, Schwere, Differenzialdiagnosen, Begleiterkrankungen, Untersuchung und medizinische Vorgeschichte müssen klinisch bewertet werden. Der Elara-Symptom-Check orientiert sich an den CCC und gibt deshalb nur eine Orientierung.

CCC, DSQ-PEM, Bell-Skala und FUNCAP: Was misst was?

Die Instrumente beantworten unterschiedliche Fragen. Die CCC strukturieren diagnostische Kriterien. DSQ-PEM fokussiert die Belastungsreaktion PEM. Die Bell-Skala dient einer groben funktionellen Schweregradeinordnung, während FUNCAP-27 funktionelle Kapazität detaillierter in Alltagsdomänen beschreibt.

Gerade bei ME/CFS ist diese Trennung wichtig: Diagnosekriterien, Symptomlast und funktionelle Einschränkung sind miteinander verbunden, aber nicht dasselbe.

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Häufige Fragen zu den Canadian Consensus Criteria

Was bedeutet CCC bei ME/CFS?

CCC steht für Canadian Consensus Criteria. Es handelt sich um einen 2003 veröffentlichten klinischen Kriterienkatalog für ME/CFS, der unter anderem PEM, Fatigue, Schlafstörung, Schmerzen und neurologisch-kognitive Symptome verlangt.

Ist PEM bei den Canadian Consensus Criteria Pflicht?

Ja. Eine postexertionelle Verschlechterung gehört zu den erforderlichen Kernmerkmalen der CCC und ist damit nicht nur ein optionales Begleitsymptom.

Wie lange müssen Symptome für die CCC bestehen?

Für Erwachsene sehen die ursprünglichen Canadian Consensus Criteria eine Erkrankungsdauer von mindestens sechs Monaten vor. Die klinische Abklärung sollte dennoch nicht künstlich bis zum Ablauf dieser Frist aufgeschoben werden.

Kann ein CCC-Selbsttest ME/CFS diagnostizieren?

Nein. Ein Selbstcheck kann das Symptommuster strukturieren. Die eigentliche Diagnose erfordert eine klinische Bewertung einschließlich Differenzialdiagnostik und Ausschluss anderer möglicher Ursachen.

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Medizinischer Hintergrund: 3 Quellen

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