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ME/CFS wird klinisch anhand etablierter Kriterien und durch Ausschluss anderer Ursachen diagnostiziert. Welche Laborwerte geprüft werden, was es mit dem Bluttest auf sich hat und an wen man sich wenden kann.
Kurzantwort
ME/CFS ist eine klinische Diagnose: Sie beruht auf etablierten Kriterien und dem Ausschluss anderer Erkrankungen.
Laborwerte beweisen ME/CFS nicht, dienen aber dazu, behandelbare Ursachen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.
Einen einzelnen zugelassenen Bluttest für ME/CFS gibt es bisher nicht – es gibt aber vielversprechende Forschung.
Post-Exertional Malaise (PEM) ist für die Diagnose ein zentrales Kriterium.
Eine der häufigsten Fragen rund um ME/CFS lautet: Gibt es einen Test dafür? Die kurze Antwort: ME/CFS wird klinisch diagnostiziert – über etablierte Kriterien und den Ausschluss anderer Ursachen. Einen einzelnen zugelassenen Labortest, der die Erkrankung beweist, gibt es bisher nicht. Diese Seite erklärt den Diagnoseweg, welche Laborwerte dabei eine Rolle spielen, was hinter dem viel diskutierten Bluttest steckt und an wen man sich wenden kann.
Die wichtigsten Punkte
Diagnose über klinische Kriterien (z. B. Kanadische Konsenskriterien, IOM 2015).
Labordiagnostik dient dem Ausschluss, nicht dem Beweis.
PEM ist ein zentrales, meist verpflichtendes Kriterium.
Die Diagnose dauert oft Jahre – gute Dokumentation hilft.
Autor
Frederik Marquart
Founder & CEO, Elara Health
Fachliche Einordnung
Elara Health Medical & Research Review
Wissenschaftliche und patientennahe Qualitätsprüfung
Letztes Update
12. Juni 2026
Anders als bei vielen Erkrankungen gibt es für ME/CFS bisher keinen einzelnen Wert, der die Diagnose beweist. Stattdessen wird sie klinisch gestellt: anhand des typischen Symptommusters, etablierter diagnostischer Kriterien und dem Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Das zentrale Kriterium ist Post-Exertional Malaise (PEM) – die verzögerte, unverhältnismäßige Verschlechterung nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung. Ohne PEM wird die Diagnose nach den gängigen Kriterien in der Regel nicht gestellt.
Laborwerte können ME/CFS nicht nachweisen, sind aber wichtig, um behandelbare Ursachen mit ähnlichen Symptomen zu erkennen oder auszuschließen – etwa Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen, Vitaminmangel, Entzündungen, Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen. Welche Werte konkret bestimmt werden, findest du mit Referenzbereichen auf den jeweiligen Biomarker-Seiten.
Ein typisches Ausschlusslabor ist breiter als bei einfacher Müdigkeit. Häufig geprüft werden unter anderem:
Blutbild sowie Entzündungswerte (CRP, BSG)
Ferritin und Eisenstatus
Schilddrüse (TSH, bei Bedarf fT3/fT4)
Vitamin D, Vitamin B12 und Folsäure
Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte, Blutzucker
EBV- und ggf. weitere Virusserologie
bei Bedarf: Cortisol, Immunglobuline, Zöliakie- oder Autoimmunmarker
Die Suche nach einem objektiven Biomarker ist eines der aktivsten Forschungsfelder. 2025 und 2026 wurden mehrere vielversprechende Ansätze veröffentlicht – darunter ein epigenetischer Bluttest, der in einer Studie eine hohe Treffergenauigkeit erreichte, sowie verschiedene Protein- und Stoffwechselmarker.
Wichtig zur Einordnung: Diese Tests befinden sich im Forschungsstadium. Es gibt Stand 2026 keinen breit zugelassenen, klinisch etablierten Bluttest, der eine ME/CFS-Diagnose ersetzt. Wer entsprechende Angebote sieht, sollte sie kritisch und im ärztlichen Gespräch einordnen.
International gebräuchlich sind die Kanadischen Konsenskriterien (CCC, 2003) und die Kriterien des US-amerikanischen Institute of Medicine (IOM/NAM, 2015), die PEM als verpflichtendes Kernkriterium festlegten. Beide verbinden reduzierte Belastbarkeit, PEM, nicht erholsamen Schlaf und kognitive oder autonome Symptome.
Wie sich diese Muster strukturiert erfassen lassen, ist auf unserer Seite zu den Symptomen und diagnostischen Kriterien ausführlicher beschrieben.
Viele Betroffene berichten von einer langen Ärzte-Odyssee, bevor ME/CFS erkannt wird. Beschwerden werden zunächst häufig als Burnout, Depression oder „nur Stress“ eingeordnet, und spezialisierte Anlaufstellen sind begrenzt.
Eine strukturierte Dokumentation von Symptomen, Belastung und insbesondere PEM-Reaktionen kann den Diagnoseweg erleichtern. Sie macht Muster sichtbar, die in einem kurzen Termin sonst untergehen, und bereitet das Gespräch gezielter vor.
Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, die die Ausschlussdiagnostik einleiten kann. Für die weitere Einordnung gibt es spezialisierte Zentren wie das Charité Fatigue Centrum – deren Kapazität ist allerdings begrenzt und teils regional beschränkt.
Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS stellt Informationen für Ärztinnen und Ärzte sowie einen Praxisleitfaden bereit, der gemeinsam mit der Charité entstanden ist. Diese Materialien können helfen, das eigene Behandlungsteam beim Thema ME/CFS zu unterstützen.
Symptome, Belastung und Erholung festhalten und Verläufe besser verstehen – mit der Elara-App.

Stand 2026 gibt es keinen breit zugelassenen, klinisch etablierten Bluttest, der ME/CFS beweist. Es gibt vielversprechende Forschung, etwa zu epigenetischen und Protein-Biomarkern, die sich aber noch im Forschungsstadium befindet.
Vor allem Werte zum Ausschluss anderer Ursachen: Blutbild, Entzündungswerte, Ferritin, Schilddrüse (TSH), Vitamin D, Vitamin B12, Leber- und Nierenwerte sowie EBV-Serologie. Sie beweisen ME/CFS nicht, helfen aber, behandelbare Erkrankungen zu erkennen.
Die Hausarztpraxis kann die Abklärung einleiten. Spezialisierte Anlaufstellen wie das Charité Fatigue Centrum sind hilfreich, haben aber begrenzte Kapazität. Entscheidend ist eine ärztliche Einordnung anhand der Kriterien.
Ja. ME/CFS wird klinisch über etablierte Kriterien gestellt, nachdem andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen wurden.
Nach den gängigen Kriterien ist PEM ein zentrales, in der Regel verpflichtendes Merkmal. Die verzögerte Verschlechterung nach Belastung ist damit ein Schlüssel der Diagnose.
Oft mehrere Jahre. Symptome werden anfangs häufig anders eingeordnet, und spezialisierte Anlaufstellen sind begrenzt. Eine gute Symptom- und PEM-Dokumentation kann den Weg verkürzen.
Ja, grundsätzlich ist das möglich. Wichtig sind die Anwendung der Kriterien, der Ausschluss anderer Ursachen und Erfahrung mit dem Krankheitsbild. Fachliche Materialien und spezialisierte Zentren können dabei unterstützen.
Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft, medizinisch eingeordnet und mit überprüfbaren Quellen belegt.
Geprüfter Inhalt mit 4 Quellen
Bildungsinhalt zur Einordnung – ersetzt keine ärztliche Diagnose
Verlinkung zu passendem Wissen, Fragebögen und Methodik
Nutze Fragebögen, wenn aus Erklärung eine strukturierte Symptomerfassung, diagnostische Orientierung oder Schweregrad-Dokumentation werden soll.
Am sinnvollsten, wenn die Kernfrage ist, ob das Symptomprofil ME/CFS-nahen Kriterien entspricht.
Sinnvoll, wenn Funktion, Alltagsbegrenzung und Schweregrad über die Zeit klarer dokumentiert werden sollen.
Vor einem Score als Schlussfolgerung Zweck, Grenzen und sichere Einordnung prüfen.
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