Anticardiolipin-Antikörper gehören zu den Antiphospholipid-Antikörpern und werden bei passender klinischer Fragestellung im Rahmen der Diagnostik eines Antiphospholipid-Syndroms (APS) untersucht. Es gibt IgG- und IgM-Antikörper; ihre Aussagekraft ist nicht identisch.
Mayo Clinic Laboratories weist darauf hin, dass insbesondere isolierte und niedrig positive Cardiolipin-IgM-Werte nur ein geringes APS-Risiko anzeigen und vorsichtig interpretiert werden sollten. Antikörper können auch vorübergehend, beispielsweise im Zusammenhang mit Infektionen, auftreten.
Für die laborseitigen APS-Kriterien ist Persistenz entscheidend: entsprechende Antikörper müssen auf mindestens zwei Messungen im Abstand von mindestens 12 Wochen nachweisbar sein. Zusätzlich gehört eine passende klinische Manifestation wie eine Thrombose oder definierte Schwangerschaftskomplikation zum Gesamtbild.
Grenzwerte und Einheiten unterscheiden sich zwischen Immunoassays. Ein pauschaler Internetwert wie „<10“ darf deshalb nicht als universeller APS-Grenzwert verwendet werden.