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POTS-Syndrom & Dysautonomie: Symptome, Diagnose und Orthostase

POTS und Dysautonomie verständlich erklärt: Herzrasen beim Aufstehen, Schwindel, Brain Fog, orthostatische Intoleranz, Diagnosekriterien und Zusammenhang mit Long COVID oder ME/CFS.

POTS kurz erklärt

  1. Bei POTS steigt die Herzfrequenz im Stehen übermäßig an und orthostatische Beschwerden werden in aufrechter Position stärker.

  2. Häufige Symptome sind Herzrasen, Palpitationen, Schwindel, Benommenheit, Schwäche, Fatigue, Brain Fog, Übelkeit und teils Synkopen.

  3. Die Diagnose stützt sich auf Beschwerden, Verlauf sowie Herzfrequenz- und Blutdruckmessungen im Stehen oder am Kipptisch; andere Ursachen der Tachykardie müssen ausgeschlossen werden.

  4. POTS kann bei Long COVID oder ME/CFS vorkommen, ist aber eine eigenständige Diagnose und nicht mit jeder Form orthostatischer Intoleranz gleichzusetzen.

POTS steht für posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom. Typisch ist, dass Beschwerden in aufrechter Position auftreten oder stärker werden und die Herzfrequenz beim Aufstehen ungewöhnlich stark ansteigt. POTS gehört zu den Dysautonomien und ist eine Form orthostatischer Intoleranz. Herzrasen, Schwindel, Benommenheit, Fatigue oder Brain Fog können dazugehören – sie beweisen POTS allein aber nicht.

Die wichtigsten Punkte

  • Beschwerden nehmen typischerweise beim Sitzen oder Stehen zu und bessern sich oft im Liegen

  • bei Erwachsenen ist ein anhaltender Herzfrequenzanstieg von mehr als 30 Schlägen pro Minute innerhalb von zehn Minuten ein wichtiges Diagnosekriterium

  • bei 12- bis 19-Jährigen liegt die Schwelle bei mehr als 40 Schlägen pro Minute

  • eine relevante orthostatische Hypotonie spricht gegen die klassische POTS-Konstellation

  • POTS ist eine Form der Dysautonomie; orthostatische Intoleranz kann auch ohne POTS vorliegen

Autor

Frederik Marquart

Founder & CEO, Elara Health

Verantwortliche Redaktion

Elara Health

Patientennahe Gesundheitsinformation

Letztes Update

18. September 2026

Was ist POTS?

POTS ist eine Störung der Kreislaufanpassung an die aufrechte Körperposition. Beim Übergang vom Liegen zum Sitzen oder Stehen steigt die Herzfrequenz deutlich an, während typische orthostatische Beschwerden auftreten. Das autonome Nervensystem, das unter anderem Herzfrequenz und Blutdruck reguliert, spielt dabei eine zentrale Rolle.

POTS ist nicht dasselbe wie orthostatische Hypotonie. Bei einer orthostatischen Hypotonie fällt der Blutdruck beim Aufstehen deutlich ab. Beim POTS steht dagegen der überschießende Herzfrequenzanstieg ohne eine solche ausgeprägte Blutdrucksenkung im Vordergrund.

Herzrasen und Schwindel beim Aufstehen: Kann das POTS sein?

Herzrasen, Benommenheit oder Schwindel beim Aufstehen gehören zu den typischen Suchbeschreibungen rund um POTS. Entscheidend ist, ob die Beschwerden wiederholt in aufrechter Position auftreten, sich im Liegen bessern und mit einem auffälligen Herzfrequenzanstieg zusammenpassen.

Solche Beschwerden können jedoch auch andere Ursachen haben. POTS wird deshalb nicht allein aus einem Symptom oder einer Smartwatch-Messung diagnostiziert, sondern aus dem Gesamtbild aus Anamnese, orthostatischen Messungen und dem Ausschluss relevanter Alternativen.

Welche POTS-Symptome sind typisch?

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Typisch sind Symptome, die nach dem Aufrichten oder bei längerem Sitzen und Stehen zunehmen. Viele Betroffene berichten, dass Liegen die Beschwerden deutlich bessert.

Neben Kreislaufbeschwerden können auch kognitive und allgemeine Symptome auftreten. Das erklärt, warum POTS mit Angststörungen, Fatigue oder anderen Erkrankungen verwechselt werden kann, obwohl es sich um eine körperliche Kreislauf- beziehungsweise autonome Störung handelt.

  • Herzrasen oder starkes Herzklopfen im Stehen

  • Schwindel, Benommenheit oder Schwarzwerden vor Augen

  • Schwäche, Zittern, Schwitzen oder Übelkeit

  • Brain Fog, Konzentrationsprobleme und Fatigue

  • Kopfschmerzen oder Migräne

  • in manchen Fällen Ohnmacht oder ausgeprägte Standunsicherheit

Wie wird POTS diagnostiziert?

Aktuelle deutsche Praxisempfehlungen nennen bei Erwachsenen einen Herzfrequenzanstieg von mehr als 30 Schlägen pro Minute innerhalb von zehn Minuten nach dem Aufstehen oder eine Herzfrequenz von mindestens 120 Schlägen pro Minute als wichtiges Kriterium. Bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren liegt die Schwelle bei mehr als 40 Schlägen pro Minute.

Zusätzlich müssen orthostatische Beschwerden über mindestens drei Monate bestehen, eine relevante orthostatische Hypotonie fehlen und andere Ursachen der Sinustachykardie ausgeschlossen werden. Die Messung kann über einen passiven Stehtest oder eine Kipptischuntersuchung erfolgen. Eine Selbstmessung kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose.

Was bedeutet Dysautonomie?

Dysautonomie ist ein Oberbegriff für Störungen des autonomen Nervensystems. Dieses System reguliert unter anderem Herzfrequenz, Blutdruck, Verdauung, Schwitzen und Temperaturregulation. Entsprechend können Dysautonomie-Symptome sehr unterschiedlich aussehen.

POTS ist eine spezifische Form von Dysautonomie, bei der die Kreislaufanpassung an die aufrechte Körperposition gestört ist und die Herzfrequenz übermäßig ansteigt. Nicht jede Dysautonomie ist POTS, und nicht jede orthostatische Beschwerde erfüllt die POTS-Kriterien.

  • Herzrasen oder Blutdruckprobleme

  • Schwindel und Benommenheit

  • Störungen von Schwitzen oder Temperaturregulation

  • Verdauungs- oder Blasenbeschwerden

  • Fatigue und kognitive Beschwerden können zusätzlich auftreten

Was ist orthostatische Intoleranz?

Orthostatische Intoleranz ist der breitere Begriff für Beschwerden, die beim Sitzen oder Stehen zunehmen und sich im Liegen bessern können. POTS und orthostatische Hypotonie sind zwei klarer definierte Formen; orthostatische Intoleranz kann jedoch auch bestehen, wenn deren Diagnosekriterien nicht erfüllt sind.

Für Betroffene ist deshalb nicht nur die Frage relevant, ob der Puls einen bestimmten Grenzwert erreicht. Auch das Symptomprofil, die Dauer in aufrechter Position und die Veränderung im Liegen gehören zur Einordnung.

POTS bei Long COVID und ME/CFS

POTS und andere Formen orthostatischer Intoleranz werden sowohl bei Long COVID als auch bei ME/CFS beschrieben. Bei ME/CFS kann orthostatische Belastung zusätzlich PEM auslösen oder andere Symptome verschlechtern.

Das bedeutet nicht, dass Herzrasen oder Schwindel automatisch POTS sind. Entscheidend sind orthostatische Messungen, die Symptomdauer und der Ausschluss anderer Ursachen. Umgekehrt schließt ein negativer POTS-Test eine andere Form orthostatischer Intoleranz nicht automatisch aus.

Wie wird POTS behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Symptomen, Begleiterkrankungen und möglicher Ursache. Sie kann nicht-medikamentöse Maßnahmen und bei Bedarf Medikamente umfassen. Welche Strategie passt, sollte ärztlich individuell festgelegt werden, weil zum Beispiel Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt, Herzrhythmus und andere Erkrankungen berücksichtigt werden müssen.

Für Menschen mit gleichzeitigem ME/CFS ist zusätzlich wichtig, Trainings- oder Aktivitätsprogramme nicht automatisch aus allgemeinen POTS-Empfehlungen zu übernehmen. Wenn PEM vorliegt, müssen Aktivität und Therapie an die individuelle Belastungsgrenze angepasst werden.

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Häufige Fragen zu POTS

Was bedeutet POTS?

POTS steht für posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom. Dabei steigt die Herzfrequenz in aufrechter Position ungewöhnlich stark an und es treten orthostatische Beschwerden auf.

Welche Symptome sind typisch für POTS?

Typisch sind Herzrasen, Schwindel, Benommenheit, Schwäche, Übelkeit, Zittern, Brain Fog und Fatigue, die im Sitzen oder Stehen zunehmen und sich im Liegen oft bessern.

Warum habe ich Herzrasen beim Aufstehen?

Herzrasen beim Aufstehen kann verschiedene Ursachen haben. Bei POTS tritt es zusammen mit orthostatischen Beschwerden und einem definierten Herzfrequenzanstieg auf; andere Ursachen für Tachykardie müssen ausgeschlossen werden.

Kann Schwindel beim Aufstehen POTS sein?

Ja, Schwindel beim Aufstehen kann zu POTS passen, ist aber nicht spezifisch. Blutdruck, Herzfrequenz, Symptomdauer und andere mögliche Ursachen müssen für die Diagnose berücksichtigt werden.

Wie wird POTS getestet?

Für die Diagnose werden Herzfrequenz und Blutdruck beim Übergang vom Liegen in die aufrechte Position gemessen, zum Beispiel im 10-Minuten-Stehtest oder bei einer Kipptischuntersuchung. Symptome und Differenzialdiagnosen müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

Ist POTS dasselbe wie orthostatische Intoleranz?

Nein. Orthostatische Intoleranz ist der Oberbegriff für Beschwerden in aufrechter Position. POTS ist eine spezifische Form mit definiertem Herzfrequenzanstieg.

Ist POTS eine Dysautonomie?

Ja. POTS ist eine Form der Dysautonomie. Dysautonomie ist jedoch ein breiter Oberbegriff für Störungen des autonomen Nervensystems und umfasst neben POTS weitere Krankheitsbilder und Symptomkonstellationen.

Welche Symptome kann Dysautonomie machen?

Je nach Form können Herzrasen, Schwindel, Blutdruckprobleme, Störungen von Schwitzen oder Temperaturregulation, Verdauungsbeschwerden, Fatigue oder kognitive Symptome auftreten. Das konkrete Muster hängt von der Ursache und der betroffenen autonomen Funktion ab.

Kann POTS bei Long COVID oder ME/CFS auftreten?

Ja. POTS und andere Formen orthostatischer Intoleranz werden bei beiden Krankheitsbildern beschrieben. Sie sollten aber anhand der eigenen Diagnosekriterien abgeklärt werden.

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Medizinischer Hintergrund: 4 Quellen

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