Eiweißkorrigiertes beziehungsweise albuminadjustiertes Calcium ist ein berechneter Laborwert. Ein Teil des Calciums im Blut ist an Albumin gebunden. Ändert sich die Albuminkonzentration, kann sich das gemessene Gesamtcalcium verändern, ohne dass sich das biologisch aktive ionisierte Calcium im gleichen Maß verändert. Korrekturformeln versuchen diesen Effekt rechnerisch auszugleichen.
Korrigiertes Calcium misst das ionisierte Calcium jedoch nicht direkt. Verschiedene Formeln liefern unterschiedliche Ergebnisse und können den tatsächlichen Calciumstatus falsch klassifizieren. Eine große populationsbasierte Analyse aus 2025 fand für gängige Albumin-Korrekturformeln keinen Vorteil gegenüber unkorrigiertem Gesamtcalcium und besonders bei niedrigen Albuminwerten relevante Fehlklassifikationen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass albuminadjustiertes Calcium eine direkte Messung des ionisierten Calciums nicht ersetzen sollte, wenn eine genaue Einordnung erforderlich ist.
Der konkrete Referenzbereich und die verwendete Formel hängen vom Labor ab. Deshalb sollte ein korrigierter Calciumwert nur mit dem Albuminwert, der Berechnungsformel, dem klinischen Kontext und gegebenenfalls einer direkten Messung des ionisierten Calciums interpretiert werden.