Freie Leichtketten entstehen bei der Bildung von Immunglobulinen. Im Serum werden Kappa- und Lambda-Leichtketten gemeinsam gemessen und zueinander ins Verhältnis gesetzt. Dieses Kappa/Lambda-Verhältnis ist für die Unterscheidung polyklonaler von möglichen monoklonalen Veränderungen besonders wichtig.
Der Test ist klinisch etabliert bei Verdacht auf bestimmte Plasmazellerkrankungen und zur Verlaufskontrolle ausgewählter monoklonaler Leichtkettenerkrankungen. Ein isolierter hoher Lambda-Wert allein diagnostiziert jedoch kein multiples Myelom, keine Amyloidose und keine MGUS.
MedlinePlus und Mayo weisen auf einen wichtigen Störfaktor hin: Eingeschränkte Nierenfunktion kann freie Kappa- und Lambda-Leichtketten erhöhen. Auch bei polyklonaler Hypergammaglobulinämie können beide Konzentrationen ansteigen, während das Verhältnis unauffällig bleibt.
Referenzintervalle sind assayabhängig. Deshalb sollte ein Lambda-Wert immer zusammen mit Kappa, Kappa/Lambda-Ratio, Nierenfunktion und – je nach klinischer Fragestellung – Elektrophorese beziehungsweise Immunfixation gelesen werden.