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Lektion 3 von 4

Autonome Dysfunktion und Kreislauf: Was zeigt die Forschung?

Forschung findet bei ME/CFS autonome und kreislaufbezogene Unterschiede auf Gruppenebene. Herzfrequenz, Blutdruck, HRV, Gefäßfunktion und Hirndurchblutung messen dabei unterschiedliche Ebenen.

11 Min. LesezeitRedaktionell geprüft · 18.09.20266 Quellen
Illustration zur Forschung an autonomer Dysfunktion und Kreislauf bei ME/CFS

Auf einen Blick

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    Bei ME/CFS finden Studien wiederholt Veränderungen der autonomen und kreislaufbezogenen Regulation.

  2. 2

    Dazu gehören eine hohe autonome Symptomlast, Unterschiede adrenerger Signalwege, auffällige Reaktionen auf aufrechte Haltung und in Teilen der Forschung eine reduzierte Durchblutung des Gehirns.

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    Trotzdem gibt es nicht den einen „Dysautonomie-Wert“.

Was untersucht die Forschung?

Diese Ebenen hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar.

  • welche Beschwerden beim Aufrichten, Sitzen, Stehen, Essen oder bei Wärme auftreten
  • wie sich Herzfrequenz und Blutdruck verändern
  • wie Stresshormone und adrenerge Rezeptoren reagieren
  • wie gut Blutgefäße ihren Durchmesser anpassen
  • ob die Durchblutung des Gehirns unter Belastung oder aufrechter Haltung stabil bleibt

Wie stark ist die Evidenz für autonome Beschwerden?

Eine US-Multicenter-Auswertung von 2025 untersuchte 301 Menschen mit ME/CFS und 141 gesunde Kontrollen. Die ME/CFS-Gruppe hatte deutlich höhere Werte im COMPASS-31, einem Fragebogen für autonome Symptome.

Ein Fragebogen zeigt Symptomlast. Er beweist noch keine bestimmte autonome Diagnose.

Was weiß man über adrenerge Regulation?

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 2025 berichtete auf Gruppenebene Unterschiede bei Adrenalin, Rezeptorexpression und Noradrenalinantwort auf orthostatischen Stress.

Das stützt eine veränderte adrenerge Regulation. Es bedeutet aber nicht, dass ME/CFS einfach ein dauerhafter „Fight-or-flight“-Zustand ist.

Warum ist die Durchblutung des Gehirns interessant?

Ein systematischer Review von 2025 bündelte 118 Studien mit mehr als 9.000 Teilnehmenden zu zerebraler Durchblutung im Kontext von ME/CFS und orthostatischer Intoleranz. In einem relevanten Teil der Studien war der Blutfluss zum Gehirn gegenüber Kontrollen reduziert.

Die Ergebnisse waren nicht in allen Studien gleich. Messmethoden, Diagnosekriterien und Belastungsprotokolle unterschieden sich deutlich.

Kann der Puls normal sein und der Kreislauf trotzdem auffällig reagieren?

Spezialisierte Forschungsstudien zeigen, dass das möglich ist. In einer Doppler-Tilt-Studie sank die zerebrale Durchblutung bei einem Teil der Menschen mit ME/CFS deutlich, obwohl Herzfrequenz und Blutdruck keine klassischen POTS- oder Hypotonie-Kriterien erfüllten.

Das bedeutet nicht, dass jede Person mit normalem Puls automatisch eine versteckte Durchblutungsstörung hat. Die Messungen stammen aus spezialisierten Kohorten.

Was hat das Endothel damit zu tun?

Das Endothel ist die innere Zellschicht der Blutgefäße und hilft Gefäßen, ihren Durchmesser an den Bedarf anzupassen.

Kleinere Studien fanden Hinweise auf eingeschränkte Gefäßfunktion. Die Evidenz ist aber kleiner als für autonome Symptome und Orthostase; endotheliale Dysfunktion ist kein etablierter ME/CFS-Biomarker.

Und was ist mit HRV?

Metaanalysen zeigen Unterschiede verschiedener Herzfrequenz- und HRV-Maße auf Gruppenebene. Die Ergebnisse hängen stark von Messdauer, Körperposition, Atmung, Tageszeit, Medikamenten und Gerät ab.

Eine niedrige HRV beweist keine Dysautonomie. Eine normale HRV schließt sie nicht aus.

In Elara

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Elara kann autonome Funktion oder zerebrale Durchblutung nicht direkt messen. Symptome, Energie, Aktivitäten, Ruhe und Kontext können aber gemeinsam betrachtet werden.

Verbundene Werte wie Puls oder HRV liefern zusätzlichen Kontext. Sie bleiben einzelne Signale und werden nicht als Dysautonomie-Test interpretiert.

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Quellen & Prüfung

Redaktionell geprüft am 18.09.2026

Quellenstand: September 2026. Redaktioneller Evidenzreview abgeschlossen. Eine medizinische Fachprüfung wird nur ausgewiesen, wenn eine konkrete qualifizierte Person mit Profil und Prüfdatum dokumentiert ist. Redaktionelle Standards

  1. 1.Issa A et al. Autonomic Dysfunction in ME/CFS. J Clin Med. 2025;14(17):6269. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  2. 2.Hendrix J et al. Adrenergic dysfunction in ME/CFS and fibromyalgia: systematic review and meta-analysis. Eur J Clin Invest. 2025. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  3. 3.Christopoulos EM et al. Mapping cerebral blood flow in ME/CFS and orthostatic intolerance. J Transl Med. 2025. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  4. 4.van Campen CMC et al. Cerebral blood flow is reduced in ME/CFS during head-up tilt testing. 2020. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  5. 5.Sørland K et al. Endothelial dysfunction in ME/CFS patients. PLoS One. 2023. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  6. 6.Nelson MJ et al. Altered cardiac autonomic regulation in ME/CFS: systematic review and meta-analysis. Medicine. 2019. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)

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