Alpha-Linolensäure (ALA) gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und ist essentiell, weil der menschliche Körper sie nicht selbst in ausreichender Menge bilden kann. Ein Teil der aufgenommenen ALA kann zu EPA und anschließend DHA umgewandelt werden; diese Umwandlung ist jedoch begrenzt. ALA, EPA, DHA und der Omega-3-Index sind daher nicht austauschbare Messgrößen.
Bei der labormedizinischen Einordnung ist das Probenmaterial wichtig. Serum- oder Plasma-Fettsäuren können stärker durch die jüngste Nahrungsaufnahme beeinflusst werden. Fettsäuren in Erythrozytenmembranen werden dagegen genutzt, um einen längerfristigeren Zeitraum abzubilden. Auch Einheit und Messverfahren unterscheiden sich zwischen Laboren.
Ein einzelner ALA-Wert diagnostiziert weder einen spezifischen Mangel noch eine Herz-Kreislauf-, Entzündungs- oder neurologische Erkrankung. Ein niedriger oder hoher Wert sollte deshalb anhand des konkreten Laborbefunds und zusammen mit dem übrigen Fettsäureprofil, Ernährungsanamnese und klinischem Kontext beurteilt werden.