Carboxyhämoglobin (COHb) entsteht, wenn Kohlenmonoxid an Hämoglobin bindet. Der Anteil wird meist in Prozent des Gesamthämoglobins angegeben. Ein erhöhter COHb-Wert kann eine Kohlenmonoxidexposition unterstützen; auch Rauchen und bestimmte Formen verstärkten Hämoglobinabbaus können den Wert beeinflussen.
Für die Einordnung ist der Zeitpunkt der Messung entscheidend. Nach Verlassen einer CO-Quelle sinkt COHb bereits unter Raumluft und noch schneller unter Sauerstoffgabe. Ein später gemessener niedriger Wert kann eine zuvor relevante Exposition deshalb nicht sicher ausschließen. Umgekehrt korreliert die COHb-Höhe nicht zuverlässig mit Schweregrad, Ausgang oder Therapiebedarf. Beschwerden und Expositionsgeschichte bleiben zentral.
Ein gewöhnliches Zwei-Wellenlängen-Fingerpulsoximeter ist bei vorhandenem COHb nicht zuverlässig. Bei Verdacht auf eine akute CO-Vergiftung gehört die Beurteilung in medizinische Hände; der Laborwert sollte nicht als eigenständige Entwarnungs- oder Therapieampel verwendet werden.