Eicosapentaen (EPA) in Prozent ist ein wichtiger Parameter im Fettsäureprofil und gibt den Anteil der Eicosapentaensäure an allen gemessenen Fettsäuren im Blut oder Erythrozyten-Membranlipiden an. EPA gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und spielt im Körper eine zentrale Rolle bei der Regulation von Entzündungsreaktionen, der Thrombozytenaggregation und der Zellmembranstabilität. Ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren fördert Herz-Kreislauf-Gesundheit, unterstützt kognitive Funktionen und kann positiv auf Stimmungslagen wirken.
Diagnostisch erlaubt der EPA-in-%-Wert Rückschlüsse auf den Omega-3-Status und das pro- versus antiinflammatorische Gleichgewicht im Organismus. In der Labormedizin dient er als Biomarker, um individuelle Ernährungsgewohnheiten (z. B. Fischverzehr oder Fischöl-Supplementierung) objektiv zu bewerten. Ein niedriger EPA-Anteil kann auf einen chronischen Omega-3-Mangel hinweisen, während ein optimaler Wert entzündungshemmende Prozesse unterstützt. Erhöhte EPA-in-%-Werte finden sich häufig bei Personen, die regelmäßig fettreichen Seefisch oder hochwertige Omega-3-Präparate einnehmen.
Andererseits kann ein zu geringer EPA-Anteil bei verschiedenen Erkrankungen auftreten: • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Atherosklerose, koronare Herzkrankheit) • Chronisch entzündliche Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, entzündliche Darmerkrankungen) • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus Typ 2, metabolisches Syndrom) • Psychische Erkrankungen (z. B. Depression, bipolare Störung) Ein Test auf EPA in % wird typischerweise angeordnet, wenn der Verdacht auf einen gestörten Fettsäurestoffwechsel besteht oder zur Verlaufskontrolle einer Omega-3-Supplementierung.
Indikationen sind u. a. erhöhte Entzündungsmarker, kardiovaskuläre Risikofaktoren, Autoimmunerkrankungen und neuropsychiatrische Beschwerden. Auch in der Präventivmedizin gewinnt die Bestimmung an Bedeutung, um individuelle Ernährungsstrategien zu optimieren. Zur Interpretation gilt als grober Orientierungsbereich ein EPA-Anteil von 2–8 %. Werte unter 2 % deuten auf einen Mangel hin, der mit einer erhöhten Entzündungsneigung und kardiometabolischem Risiko assoziiert ist.
EPA-Anteile über 8 % gelten als günstig, können bei sehr hoher Supplementierung aber in seltenen Fällen mit Blutungsrisiken in Verbindung stehen. Der EPA-in-%-Wert sollte stets im Zusammenspiel mit weiteren Fettsäuremarkern (z. B. Arachidonsäure, DHA) und klinischen Befunden bewertet werden, um eine individuelle, evidenzbasierte Therapieempfehlung abzuleiten.