„Postprandiale Glukose“ kann unterschiedliche Messsituationen beschreiben. Ein Blutwert eine oder zwei Stunden nach einer frei gewählten Mahlzeit hängt stark von Menge und Zusammensetzung der Nahrung, Zeitpunkt, Bewegung, Stress, Erkrankungen und Medikamenten ab.
Davon zu unterscheiden ist der standardisierte orale Glukosetoleranztest (OGTT). NIDDK und MedlinePlus beschreiben für nicht schwangere Erwachsene einen definierten Test nach mindestens acht Stunden Fasten und einer standardisierten 75-g-Glukosebelastung. Für diesen Test ist insbesondere der 2-Stunden-Plasmaglukosewert diagnostisch festgelegt.
Die bekannten 2-Stunden-Schwellen für Prädiabetes beziehungsweise Diabetes dürfen deshalb nicht auf einen beliebigen Wert „zwei Stunden nach dem Essen“ übertragen werden. Auch Schwangerschaft verwendet eigene Testabläufe und Grenzwerte.
Ein einzelner postprandialer Alltagswert diagnostiziert keinen Diabetes und bestimmt keine individuelle Therapie. Für eine Diabetesdiagnose werden standardisierte Verfahren wie HbA1c, Nüchternplasmaglukose, definierter OGTT oder – bei klassischen Symptomen – ein geeigneter Zufallsplasmaglukosewert verwendet und je nach Situation bestätigt.