Thiamin (Vitamin B1) hilft den Körperzellen, Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln. Laut MSD Manual ist es außerdem am Fett-, Aminosäure- und Alkoholstoffwechsel beteiligt und besonders für Nervenzellen und den Herzmuskel wichtig.
Für die Labormessung ist die Probenart entscheidend. Die biologisch aktive Form, Thiamindiphosphat (auch Thiaminpyrophosphat, TPP), wird am besten im Vollblut gemessen; im Plasma ist sie kaum messbar. Plasma-Thiamin spiegelt eher die kürzliche Zufuhr als die Körperreserven wider. Werte aus unterschiedlichen Probenarten und Methoden sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Ein Mangel kann unter anderem bei unzureichender Ernährung, gestörter Aufnahme (etwa bei lang anhaltendem Durchfall), Lebererkrankungen oder erhöhtem Bedarf auftreten. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit Alkoholkonsumstörung. Ausgeprägter Mangel kann sich als Beriberi mit Nervenschäden oder Herzbeteiligung oder als Wernicke-Korsakoff-Syndrom zeigen.
Das MSD Manual beschreibt, dass ein Thiaminmangel häufig klinisch erkannt wird und Laborwerte vor allem in unklaren Fällen ergänzend herangezogen werden. Ein einzelner Vitamin-B1-Wert diagnostiziert deshalb weder einen Mangel noch schließt er ihn aus; er wird zusammen mit Beschwerden, Ernährung, Alkoholkonsum, Vorerkrankungen und Probenart beurteilt.