Auf einen Blick
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Das autonome Nervensystem hilft deinem Körper, viele Funktionen fortlaufend anzupassen – zum Beispiel Herzfrequenz, Blutdruck, Gefäße, Temperatur, Schwitzen und Verdauung.
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Bei ME/CFS werden Beschwerden aus diesen Bereichen häufig beobachtet.
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Das bedeutet aber nicht, dass jede Kreislauf- oder Verdauungsbeschwerde automatisch „Dysautonomie“ ist oder sich aus einem einzelnen Messwert erklären lässt.
Was macht das autonome Nervensystem?
Viele Körperfunktionen müssen sich ständig verändern, ohne dass du sie bewusst steuern musst. Wenn du aufstehst, muss der Kreislauf reagieren. Wenn es warm wird, verändert sich die Durchblutung der Haut. Nach dem Essen passt sich die Verdauung an.
An diesen Anpassungen ist das autonome Nervensystem beteiligt. Es arbeitet eng mit Herz, Blutgefäßen, Hormonen, Verdauung und anderen Körpersystemen zusammen.
Warum ist der Kreislauf ein gutes Beispiel?
Beim Wechsel vom Liegen ins Sitzen oder Stehen verlagert sich Blut durch die Schwerkraft. Der Körper muss darauf reagieren: Gefäße verändern ihren Tonus, Herzfrequenz und Blutdruck werden angepasst und die Durchblutung wichtiger Organe soll möglichst stabil bleiben.
Wenn diese Regulation nicht gut funktioniert, können zum Beispiel Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, Schwäche, Übelkeit, Kopfschmerzen oder eine Verschlechterung der Konzentration auftreten.
Was bedeutet „autonome Dysfunktion“?
„Dysautonomie“ oder „autonome Dysfunktion“ sind Oberbegriffe. Sie bedeuten zunächst, dass eine oder mehrere automatisch geregelte Körperfunktionen auffällig arbeiten.
POTS ist dagegen eine konkrete Diagnose mit eigenen Kriterien. Orthostatische Intoleranz ist ebenfalls nicht einfach ein anderes Wort für POTS.
Sympathikus und Parasympathikus sind kein Gut-Schlecht-System
Die Begriffe „Fight or flight“ und „Rest and digest“ können beim Einstieg helfen, sind als Krankheitsmodell aber zu grob.
Forschung findet bei ME/CFS Hinweise auf veränderte adrenerge Regulation. Daraus folgt nicht, dass die Erkrankung einfach durch „zu viel Sympathikus“ oder psychischen Stress erklärt wird.
Was zeigt die Forschung zum Kreislauf?
Aktuelle Studien stützen, dass bei ME/CFS auf Gruppenebene Veränderungen der autonomen und kreislaufbezogenen Regulation vorkommen. Systematische Reviews beschreiben unter anderem Unterschiede adrenerger Signalwege sowie in Teilen der Literatur eine reduzierte zerebrale Durchblutung.
Die Ergebnisse sind jedoch nicht bei allen Betroffenen gleich. Solche Forschungsbefunde sind keine alltagstauglichen Biomarker und lassen sich nicht aus einem einzelnen Puls-, Blutdruck- oder HRV-Wert ablesen.
Woran könnte ich im Alltag ein Muster erkennen?
- Treten bestimmte Beschwerden wiederholt beim Sitzen, Stehen, nach dem Essen, bei Wärme oder in anderen ähnlichen Situationen auf?
- Verändert sich das Muster, wenn Körperposition, Dauer oder gleichzeitig laufende Belastungen anders sind?
- Ist eine Beschwerde neu, deutlich stärker geworden oder klar anders als dein bisheriger Verlauf?
In Elara beobachten
In Elara kannst du Symptome, Energie, Aktivitäten, Ruhe und Notizen im zeitlichen Zusammenhang betrachten. Verbundene Puls-, HRV- oder andere Messwerte können zusätzlichen Kontext liefern.
Sie messen aber nicht das autonome Nervensystem als Ganzes.
Wann medizinisch einordnen lassen?
Wenn Kreislauf-, Herz- oder andere Beschwerden neu auftreten, deutlich zunehmen oder klar anders als dein bisheriges Muster sind, sollten sie nicht automatisch ME/CFS oder Dysautonomie zugeschrieben werden.
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von der konkreten Situation ab. Ein einzelner Wearable-Wert ersetzt diese Beurteilung nicht.

Als Nächstes · Lektion 4 von 4 · 10 Min.
Warum heißt die Erkrankung ME/CFS? Ein kurzer Blick auf ihre Geschichte
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Quellen & Prüfung
Redaktionell geprüft am 18.09.2026
Quellenstand: September 2026. Redaktioneller Evidenzreview abgeschlossen. Eine medizinische Fachprüfung wird nur ausgewiesen, wenn eine konkrete qualifizierte Person mit Profil und Prüfdatum dokumentiert ist. Redaktionelle Standards
- 1.NICE Guideline NG206 – ME/CFS: diagnosis and management, Abschnitt zu orthostatischer Intoleranz. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
- 2.CDC – Clinical Overview of ME/CFS; Autonomic nervous system und Orthostatic intolerance. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
- 3.Issa A et al. Autonomic Dysfunction in ME/CFS. J Clin Med. 2025;14(17):6269. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
- 4.Hendrix J et al. Adrenergic dysfunction in ME/CFS and fibromyalgia. Eur J Clin Invest. 2025;55(1):e14318. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
- 5.Christopoulos EM et al. Mapping cerebral blood flow in ME/CFS and orthostatic intolerance. J Transl Med. 2025;23:963. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
