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ME/CFS kommt selten allein: Was Komorbiditäten bedeuten

Andere Erkrankungen können neben ME/CFS auftreten und ähnliche Beschwerden machen. Eine zusätzliche Diagnose erklärt ME/CFS nicht weg – und nicht jede Beschwerde gehört automatisch zu ME/CFS.

8 Min. LesezeitRedaktionell geprüft · 18.09.20264 Quellen
Illustration zu Komorbiditäten und dem gemeinsamen Auftreten verschiedener Beschwerden bei ME/CFS

Auf einen Blick

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    ME/CFS kann zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten. Manche davon haben ähnliche Symptome – zum Beispiel Schmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden.

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    Eine zweite Diagnose bedeutet weder, dass ME/CFS „falsch“ war, noch dass jede Beschwerde automatisch zu ME/CFS gehört.

  3. 3

    Eine Liste möglicher Komorbiditäten ist keine Checkliste zur Selbstdiagnose.

Was bedeutet „Komorbidität“?

Eine Komorbidität ist eine zusätzliche Erkrankung, die neben einer bereits bestehenden Erkrankung auftritt. Das ist etwas anderes als ein einzelnes Symptom.

Zum Beispiel kann Kopfschmerz an einem schlechten ME/CFS-Tag auftreten. Eine diagnostizierte Migräne ist dagegen eine eigene Erkrankung. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil ähnliche Beschwerden unterschiedliche medizinische Einordnungen brauchen können.

Welche Überschneidungen sind gut beschrieben?

Aktuelle Leitlinien und Kohorten zeigen, dass mehrere Erkrankungen bei Menschen mit ME/CFS gemeinsam vorkommen können. Die genaue Häufigkeit unterscheidet sich aber deutlich zwischen Studien und Versorgungssituationen.

  • chronische Migräne oder andere chronische Kopfschmerzerkrankungen
  • Fibromyalgie und weitere chronische Schmerzsyndrome
  • Reizdarmsyndrom
  • orthostatische Störungen wie POTS

POTS, Fibromyalgie und Reizdarm sind nicht andere Namen für ME/CFS

Symptome können sich überschneiden, ohne dass die Erkrankungen identisch sind. Eine Person kann mehrere Diagnosen gleichzeitig haben.

Welche Beschwerden im Einzelfall wodurch beeinflusst werden, lässt sich aus einem Symptom allein meist nicht sicher ableiten.

Warum kann eine zweite Diagnose wichtig sein?

Eine zusätzliche Erkrankung kann erklären, warum ein bestimmter Beschwerdebereich besonders ausgeprägt ist oder sich unabhängig vom üblichen ME/CFS-Muster verändert.

Eine bestätigte Begleiterkrankung kann eine eigene medizinische Behandlung benötigen. Wenn sich dadurch einzelne Beschwerden bessern, bedeutet das nicht automatisch, dass ME/CFS damit erklärt oder behoben ist.

Gut zu wissen

Und was ist mit Depression oder Angststörungen?

Auch psychische Erkrankungen können zusätzlich zu ME/CFS auftreten – wie bei anderen chronischen körperlichen Erkrankungen auch. Sie verdienen dann eine eigenständige medizinische Einordnung und Behandlung.

Das bedeutet nicht, dass ME/CFS oder PEM psychologisch verursacht sind. ME/CFS ist eine körperliche, multisystemische Erkrankung.

Sicherheit

Wann kann zusätzliche Abklärung sinnvoll sein?

Nicht jede Schwankung braucht eine neue Diagnose. Eine ärztliche Einordnung kann aber wichtig sein, wenn Beschwerden neu hinzukommen, sich deutlich verändern oder sich über längere Zeit anders verhalten als dein bisheriges Muster.

  • Was ist neu oder anders?
  • Seit wann besteht die Veränderung?
  • Tritt sie in bestimmten Situationen wiederholt auf?
  • Gab es neue Medikamente, Dosisänderungen oder andere relevante Veränderungen?

Was bedeutet das bei schwerer oder sehr schwerer ME/CFS?

Mehr Diagnostik ist nicht automatisch besser. Arzttermine, Transporte, Untersuchungen und längere Gespräche können selbst erhebliche Belastung sein.

Du musst deshalb nicht jede mögliche Begleiterkrankung systematisch „abarbeiten“. Wenn eine Abklärung nötig ist, kann eine knappe Dokumentation der wichtigsten Veränderungen helfen.

In Elara

In Elara beobachten

In Elara kannst du Symptome, Energie, Aktivitäten, Medikamente und Notizen zeitlich zusammen betrachten. Du kannst festhalten, wann ein neues Symptom begonnen hat, wann eine Diagnose gestellt oder ein Medikament verändert wurde und wie sich dein Verlauf danach entwickelt.

Elara kann aus diesen Daten keine Komorbidität erkennen oder diagnostizieren. Der Nutzen liegt in der zeitlichen Dokumentation.

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Was verursacht ME/CFS? Was wir wissen – und was noch offen ist

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Quellen & Prüfung

Redaktionell geprüft am 18.09.2026

Quellenstand: September 2026. Redaktioneller Evidenzreview abgeschlossen. Eine medizinische Fachprüfung wird nur ausgewiesen, wenn eine konkrete qualifizierte Person mit Profil und Prüfdatum dokumentiert ist. Redaktionelle Standards

  1. 1.NICE Guideline NG206 – ME/CFS: diagnosis and management, Abschnitt „Managing coexisting conditions“. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
  2. 2.CDC – Evaluation of ME/CFS; Clinical Overview of ME/CFS. Aktualisiert 2026. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
  3. 3.Fall EA et al. Chronic Overlapping Pain Conditions in people with ME/CFS. BMC Neurol. 2024;24:399. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  4. 4.Samms GL, Ponting CP. Defining a High-Quality ME/CFS cohort in UK Biobank. Wellcome Open Res. 2025;10:165. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)

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