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Lektion 3 von 11

Sensorische Belastung: Wenn Licht, Geräusche oder Berührung zu viel werden

Licht, Geräusche, Berührung, Gerüche und andere Reize können bei ME/CFS selbst zur Gesamtbelastung beitragen – besonders bei schwereren Verläufen.

8 Min. LesezeitRedaktionell geprüft · 18.09.20265 Quellen
Illustration zu Licht, Geräuschen und sensorischer Belastung

Auf einen Blick

  1. 1

    Bei ME/CFS können Licht, Geräusche, Berührung, Gerüche oder andere Reize deutlich belastender sein als früher.

  2. 2

    Sensorische Überempfindlichkeit ist ein anerkanntes Begleitsymptom und kann besonders bei schwerer oder sehr schwerer ME/CFS den Alltag stark begrenzen.

  3. 3

    Für Pacing zählt deshalb nicht nur, was du tust, sondern auch, wie viele Reize gleichzeitig auf dich einwirken.

Was bedeutet sensorische Überempfindlichkeit?

Alltägliche Reize können schneller unangenehm, überwältigend oder sogar schmerzhaft werden. Dazu können helles oder flackerndes Licht, Gespräche, Verkehrslärm, Musik, Berührung, Gerüche, Bewegung im Sichtfeld oder mehrere Reize gleichzeitig gehören.

Wie stark das ausgeprägt ist, kann schwanken. Ein Reiz, der an einem besseren Tag noch gut tolerierbar ist, kann an einem schlechteren Tag deutlich zu viel sein.

Warum zählt das als Belastung?

Auch das Verarbeiten von Reizen beansprucht Aufmerksamkeit und kann mit anderen Anforderungen zusammenkommen. Ein Supermarkt bedeutet zum Beispiel nicht nur Gehen, sondern gleichzeitig Licht, Geräusche, Gerüche, visuelle Bewegung, Entscheidungen und soziale Interaktion.

Deshalb kann eine Situation sehr belastend sein, obwohl die Schrittzahl niedrig bleibt.

Sensorische Überlastung ist nicht automatisch PEM

Sensorische Überempfindlichkeit kann als Symptom unmittelbar während einer Situation auftreten. PEM bezeichnet dagegen eine belastungsbedingte Verschlechterung des Gesamtzustands, die häufig verzögert einsetzt und länger anhält.

Reizreiche Situationen können zur Gesamtbelastung beitragen. Trotzdem ist nicht jede Licht- oder Geräuschempfindlichkeit automatisch PEM.

Woran könnte ich ein persönliches Muster erkennen?

  • Werden Licht, Geräusche, Berührung oder Gerüche im Verlauf eines Tages schlechter tolerierbar?
  • Nehmen Brain Fog, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schmerz oder Erschöpfung in reizreichen Situationen zu?
  • Ist dieselbe Aktivität in ruhiger, dunkler oder reizärmerer Umgebung deutlich leichter?
  • Brauchst du nach bestimmten Umgebungen regelmäßig mehr Ruhe oder Reizreduktion?

Was kann ich daraus für meinen Alltag mitnehmen?

  • Reize mitplanen: Eine Tätigkeit kann anstrengender werden, wenn gleichzeitig viel Licht, Lärm oder soziale Interaktion hinzukommt.
  • Reize nicht unnötig stapeln: Wenn möglich, kann es helfen, gleichzeitig auftretende Anforderungen zu reduzieren.
  • Erholung kann auch Reizreduktion bedeuten: Für manche Menschen gehört dazu, Licht, Geräusche, Bildschirm oder Gespräche für eine Zeit zu reduzieren.

Was bedeutet das bei schwerer oder sehr schwerer ME/CFS?

Bei schwerer oder sehr schwerer ME/CFS können schon leise Gespräche, gedämpftes Tageslicht, Berührung bei der Pflege, Gerüche oder Bewegung im Raum erheblich belasten.

Notwendige Versorgung kann deshalb reizärmer geplant werden: kurze Kommunikation, möglichst wenige Personen gleichzeitig, vorher angekündigte Berührungen und eine an die individuelle Reiztoleranz angepasste Umgebung.

In Elara

In Elara beobachten

In Elara kannst du sensorische Symptome zusammen mit Energie, Aktivitäten, Ruhe, Brain Fog, Schmerzen und PEM betrachten. Eine kurze Notiz zur Umgebung kann später Kontext geben.

  • Welche Reize waren präsent?
  • Was hat sich währenddessen verändert?
  • Wie ging es mir später am Tag oder am nächsten Tag?
Sicherheit

Wann medizinisch abklären?

Neue, ungewöhnliche oder deutlich veränderte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Berührung oder anderen Reizen sollte nicht automatisch ME/CFS oder PEM zugeschrieben werden.

Auch Migräne, Seh- oder Hörprobleme, Medikamente und andere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden beeinflussen. Bei deutlich veränderten oder stark ausgeprägten neuen neurologischen oder sensorischen Symptomen gehört die Abklärung in medizinische Hände.

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Quellen & Prüfung

Redaktionell geprüft am 18.09.2026

Quellenstand: September 2026. Redaktioneller Evidenzreview abgeschlossen. Eine medizinische Fachprüfung wird nur ausgewiesen, wenn eine konkrete qualifizierte Person mit Profil und Prüfdatum dokumentiert ist. Redaktionelle Standards

  1. 1.NICE Guideline NG206 – ME/CFS: diagnosis and management; sensorische Empfindlichkeiten sowie schwere und sehr schwere ME/CFS. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
  2. 2.CDC – ME/CFS Clinical Care for Severely Affected Patients. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
  3. 3.Maeda KI et al. Health outcomes of sensory hypersensitivities in ME/CFS and multiple sclerosis. 2023. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  4. 4.Sandoval A, Li M, Jason LA. Two neurocognitive domains identified for patients with ME/CFS and PASC. 2025. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  5. 5.Kumar S, Veldhuis A, Yazdani F. Higher-order brain processes underlie sensory problems in ME/CFS. 2026. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)

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