Fibromyalgie-Testergebnis verstehen: WPI und SS
WPI von 0–19 und SS von 0–12 verständlich erklärt: Schmerzregionen, Zeiträume, Rechenbeispiele und die Grenzen eines Fibromyalgie-Selbsttests.
- Autor
- Frederik MarquartFounder & CEO, Elara Health
- Verantwortliche Redaktion
- Elara HealthPatientennahe Gesundheitsinformation
- Letztes Update
- 26. September 2026
Was bedeutet mein Fibromyalgie-Testergebnis?
Dein Testergebnis fasst deine Antworten in zwei getrennten Fragebogenwerten zusammen. Es zeigt, welche Schmerzregionen und Beschwerden du für die abgefragten Zeiträume angegeben hast.
WPI (0–19) zählt, in wie vielen abgefragten Körperregionen in der vergangenen Woche Schmerzen bestanden.
SS, auch SSS genannt (0–12), fasst die Schwere von drei Hauptsymptomen und das Vorkommen von drei zusätzlichen Symptomen zusammen.
Die Werte sind keine Prozentangabe und keine Wahrscheinlichkeit, an Fibromyalgie erkrankt zu sein. Ein Online-Ergebnis stellt keine Diagnose.
Nach einem Fibromyalgie-Symptom-Check stehen oft zwei Zahlen da: WPI und SS. Sie beschreiben unterschiedliche Teile deiner Angaben. Hier kannst du nachvollziehen, wie beide Werte entstehen und welche Fragen du anschließend mit in die ärztliche Praxis nehmen kannst.
Beim Lesen deiner Auswertung
Schmerzverteilung und Schmerzstärke sind unterschiedliche Angaben.
Beachte die unterschiedlichen Zeiträume der Fragen.
Betrachte deine Einzelantworten zusammen mit den Summenwerten.
Auch ein niedriger Wert erklärt nicht automatisch die Ursache deiner Beschwerden.
Beschwerden erfassen und Werte verstehen
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WPI: Welche der 19 Schmerzregionen werden gezählt?
Jede angegebene Region zählt einen Punkt. Links und rechts werden bei den paarigen Körperbereichen getrennt gezählt. Der WPI beschreibt die Verteilung; wie stark ein einzelner Bereich schmerzt, liest du daraus nicht ab.
Links und rechts: Schultergürtel, Oberarm, Unterarm, Hüfte/Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel und Kiefer (14 Regionen).
Zusätzlich: Nacken, oberer Rücken, unterer Rücken, Brustkorb und Bauch (5 Regionen).
SS: Wie entsteht ein Wert zwischen 0 und 12?
Die revidierte Systematik von 2016 kombiniert zwei Teile. Müdigkeit, nicht erholsamer Schlaf und kognitive Beschwerden werden für die vergangene Woche jeweils von 0 bis 3 bewertet. Zusammen ergeben sie höchstens 9 Punkte.
Kopfschmerz, Unterbauchschmerz beziehungsweise -krämpfe und Depression während der vergangenen sechs Monate tragen jeweils 0 oder 1 Punkt bei. Dieser zweite Teil ergibt höchstens 3 Punkte. SS und SSS bezeichnen hier dieselbe Symptom-Schwere-Skala.
Ein Rechenbeispiel ohne diagnostische Bewertung
Angenommen, eine Person nennt vier schmerzhafte Regionen: Dann beträgt der WPI 4 von 19. Für Müdigkeit werden 2 Punkte, für nicht erholsamen Schlaf 1 und für kognitive Beschwerden 1 angegeben. Das sind 4 von 9 Punkten.
Kommt im zweiten Teil genau eines der drei zusätzlichen Symptome hinzu, ergibt sich SS 4 + 1 = 5 von 12. WPI 4 und SS 5 werden getrennt angezeigt. Dieses fiktive Beispiel erklärt nur die Rechnung und sagt nicht aus, ob die Person Fibromyalgie hat.
Warum ein Summenwert keine Diagnose ist
Die klinische Beurteilung berücksichtigt neben WPI und SS unter anderem die generalisierte Schmerzverteilung und die Beschwerdedauer. Ein Selbstbericht ersetzt diese Beurteilung nicht. Die Publikation von 2016 unterscheidet ausdrücklich zwischen ärztlicher Diagnostik und der Selbstberichtsversion.
Die Anzahl der WPI-Regionen ist außerdem nicht dasselbe wie die klinische Verteilung auf fünf größere Körperregionen. Auch andere Erkrankungen können gleichzeitig vorliegen. Besprich anhaltende Beschwerden deshalb unabhängig von einem vermeintlich „positiven“ oder „negativen“ Online-Ergebnis.
Hohe und niedrige Werte: Was lässt sich daraus ableiten?
Ein höherer WPI entsteht, wenn mehr Schmerzregionen ausgewählt werden. Ein höherer SS entsteht durch stärker bewertete Hauptsymptome und/oder mehr ausgewählte Zusatzsymptome. Die Werte sagen für sich genommen nicht, wodurch die Beschwerden verursacht werden, und sind keine Einteilung in leichte oder schwere Fibromyalgie.
Niedrige Werte oder null Punkte bestätigen keine Beschwerdefreiheit außerhalb der abgefragten Symptome und Zeiträume. Der Selbsttest kann Fibromyalgie und andere Erkrankungen weder bestätigen noch ausschließen. Entscheidend für ein Arztgespräch sind auch die konkreten Beschwerden, ihr Verlauf und ihre Auswirkungen im Alltag.
Was du mit deiner Auswertung tun kannst
Im Elara-Symptom-Check erhältst du deine WPI-/SS-Werte und eine Übersicht deiner Antworten. Ergänze auf der Ergebnisseite deine Gesprächsnotizen und öffne die Druckansicht. Eine PDF-Datei kannst du erstellen, wenn dein Browser im Druckdialog „Als PDF speichern“ anbietet. Die Website hat keinen eigenen PDF-Export. Die Notizen bleiben nur in der geöffneten Seite; drucke oder kopiere sie vor dem Schließen.
Seit wann bestehen die Beschwerden, und was hat sich verändert?
Welche Tätigkeiten fallen dadurch schwerer?
Welche Befunde, Medikamente und offenen Fragen möchtest du ansprechen?
Mehr Details, wenn du sie brauchst.
Medikamente und Laborwerte ergänzen den Verlauf, ohne den Pacing-Bereich zu überladen.


Häufige Fragen zu WPI und SS
Was bedeutet mein Fibromyalgie-Testergebnis?
Es ist eine strukturierte Übersicht deiner Antworten: WPI zählt schmerzhafte Körperregionen, SS fasst bestimmte Beschwerden zusammen. Lies beide Werte zusammen mit deinen Einzelantworten und den abgefragten Zeiträumen. Das Ergebnis bestätigt keine Fibromyalgie und schließt sie nicht aus.
Bedeutet ein hoher WPI- oder SS-Wert, dass ich Fibromyalgie habe?
Nein, das lässt sich aus den Werten allein nicht feststellen. Ein hoher WPI beschreibt viele angegebene Schmerzregionen; ein hoher SS mehr oder stärker bewertete Beschwerden im Fragebogen. Elara leitet daraus weder eine Diagnose noch eine Erkrankungswahrscheinlichkeit ab.
Schließt ein niedriger Wert Fibromyalgie aus?
Nein. Niedrige Werte beschreiben deine Antworten für die abgefragten Symptome und Zeiträume. Sie sind kein Ausschlusstest. Wenn Beschwerden anhalten oder deinen Alltag beeinträchtigen, besprich sie unabhängig vom Ergebnis ärztlich.
Bedeutet WPI 10, dass ich zu 10 Prozent Fibromyalgie habe?
Nein. WPI 10 bedeutet, dass du Schmerzen in 10 der 19 abgefragten Regionen angegeben hast. Der Wert beschreibt keine Erkrankungswahrscheinlichkeit.
Können zwei Personen denselben SS-Wert haben und sich unterschiedlich fühlen?
Ja. Derselbe Summenwert kann aus unterschiedlichen Einzelantworten entstehen. Nimm deshalb auch die Angaben zu Schlaf, Müdigkeit und kognitiven Beschwerden mit ins Arztgespräch.
Kann ich die Werte im Verlauf vergleichen?
Du kannst datierte Auswertungen nebeneinander betrachten. Beachte dabei die abgefragten Zeiträume und die Einzelantworten. Eine Veränderung allein belegt weder eine Diagnose noch die Wirkung einer Behandlung.
Leitlinien und medizinischer Hintergrund
Die verlinkten Leitlinien und institutionellen Fachinformationen erläutern den medizinischen Hintergrund. Redaktionelle Verantwortung und eine dokumentierte medizinische Prüfung werden getrennt ausgewiesen.
Redaktionelle Standards
- Medizinischer Hintergrund: 3 Quellen
- Bildungsinhalt zur Einordnung – ersetzt keine ärztliche Diagnose
- Verlinkung zu passendem Wissen, Fragebögen und Methodik
- NIAMS — Fibromyalgia: diagnosis and treatmentExterne Quelle · Quelle: niams.nih.gov
- Wolfe et al. (2016): Revisions to the fibromyalgia diagnostic criteriaExterne Quelle · Quelle: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Royal College of Physicians (2022): The diagnosis of fibromyalgia syndrome (PDF)Externe Quelle · Quelle: rcp.ac.uk