Der Bioenergetische Gesundheitsindex (BHI) wurde als zusammengesetztes Maß vorgeschlagen, um verschiedene Aspekte der mitochondrialen Funktion eines ausgewählten Zelltyps in einem Wert zusammenzufassen. In publizierten Arbeiten werden dazu Parameter der zellulären Sauerstoffverbrauchsmessung kombiniert: günstige Komponenten wie ATP-gekoppelte Atmung und respiratorische Reservekapazität werden ungünstigen Komponenten wie Protonenleck und nicht-mitochondrialer Sauerstoffaufnahme gegenübergestellt.
Wichtig ist die methodische Einordnung: Bereits die ursprüngliche Publikation beschreibt mögliche Varianten der BHI-Berechnung. Labore können unterschiedliche Zelltypen, Messprotokolle, Formeln und Bewertungsbereiche verwenden. Deshalb gibt es keinen einzelnen universellen BHI-Normalwert, der unabhängig vom konkreten Testsystem gilt. Maßgeblich sind die Methode und der Referenz- beziehungsweise Bewertungsbereich auf dem jeweiligen Laborbefund.
Ein BHI-Wert ist außerdem nicht krankheitsspezifisch. Er kann einen bioenergetischen Zustand der untersuchten Zellen beschreiben, erlaubt für sich allein aber keine Diagnose, Prognose oder Therapieentscheidung. Für die medizinische Einordnung müssen Untersuchungsgrund, Zelltyp, Messverfahren, weitere Laborbefunde und die klinische Situation zusammen betrachtet werden.