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Lektion 1 von 11

Orthostase verstehen: Warum Aufrechtsein belastend sein kann

Sitzen und Stehen können bei ME/CFS selbst relevante Belastungen sein. Lerne, orthostatische Beschwerden im Alltag zu erkennen und von PEM zu unterscheiden.

8 Min. LesezeitRedaktionell geprüft · 18.09.20265 Quellen
Illustration zur orthostatischen Belastung im Alltag

Auf einen Blick

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    Bei ME/CFS kann nicht nur Bewegung belastend sein. Auch Sitzen oder Stehen kann Beschwerden verstärken – zum Beispiel Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, Schwäche, Kopfschmerzen oder Brain Fog.

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    Wenn sich solche Beschwerden in aufrechter Haltung wiederholen und im Liegen bessern, kann orthostatische Belastung ein Teil deines Alltagsbildes sein.

Was bedeutet Orthostase?

Orthostase beschreibt zunächst nur die aufrechte Körperposition. Beim Wechsel vom Liegen ins Sitzen oder Stehen muss der Kreislauf Blutdruck und Durchblutung an die Schwerkraft anpassen.

Von orthostatischer Intoleranz spricht man, wenn Beschwerden beim Aufrechtsein auftreten oder stärker werden und sich durch Sitzen oder besonders durch Liegen bessern können. Das kann beim Stehen passieren, aber auch längeres aufrechtes Sitzen kann relevant sein.

Warum ist das im Alltag leicht zu übersehen?

Viele belastende Situationen sehen von außen nach „wenig Aktivität“ aus: Zähneputzen am Waschbecken, Duschen, Kochen, in einer Schlange stehen, am Tisch sitzen, eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder ein längeres Arztgespräch im Sitzen.

Wenn dabei die aufrechte Position selbst Beschwerden verstärkt, kann die tatsächliche Belastung höher sein, als eine Schrittzahl oder die sichtbare Bewegung vermuten lässt.

Orthostatische Intoleranz ist nicht dasselbe wie POTS

POTS ist eine mögliche Form orthostatischer Intoleranz, bei der die Herzfrequenz in aufrechter Position charakteristisch ansteigt. Es gibt aber auch andere orthostatische Reaktionen, etwa Blutdruckveränderungen – und nicht jede Person mit Beschwerden beim Aufrechtsein erfüllt die Kriterien für POTS.

Darum sollte aus einem einzelnen Pulswert keine Diagnose abgeleitet werden.

Orthostatische Belastung ist auch nicht automatisch PEM

Orthostatische Intoleranz beschreibt vor allem Beschwerden im Zusammenhang mit der aufrechten Position. PEM bezeichnet dagegen eine belastungsbedingte Verschlechterung, die typischerweise über die unmittelbare Situation hinausgeht und zeitversetzt auftreten kann.

Beides kann sich überschneiden. Trotzdem sollte nicht jede Verschlechterung beim Sitzen oder Stehen automatisch als PEM bezeichnet werden.

Woran könnte ich ein persönliches Muster erkennen?

  • Werden bestimmte Beschwerden beim Sitzen oder Stehen wiederholt stärker?
  • Wie lange warst du aufrecht, und was hast du gleichzeitig gemacht?
  • Bessert sich dein Zustand, wenn du dich hinlegst oder die aufrechte Zeit verkürzt?

Was kann ich daraus für meinen Alltag mitnehmen?

  • Körperposition gehört zur Belastung: Wenn eine Tätigkeit im Stehen deutlich anstrengender ist als im Sitzen oder Liegen, ist das eine relevante Information.
  • Dauer zählt mit: Nicht nur was du getan hast, sondern auch wie lange du aufrecht warst, kann wichtig sein.
  • Vergleiche ähnliche Situationen: Ein Termin im Liegen, Sitzen oder Stehen kann sehr unterschiedlich belastend sein.
In Elara

In Elara beobachten

In Elara kannst du Symptome, Energie, Aktivitäten, Ruhe und deinen Verlauf gemeinsam betrachten. Wenn die Körperposition für eine Situation relevant war, kannst du sie über die Aktivitätsbeschreibung oder eine kurze Notiz ergänzen.

  • War ich überwiegend liegend, sitzend oder stehend?
  • Welche Beschwerden traten dabei auf?
  • Wie entwickelte sich mein Zustand danach?
Sicherheit

Wann medizinisch abklären?

Neue, ungewöhnliche, starke oder deutlich zunehmende Beschwerden beim Aufrechtsein sollten nicht automatisch ME/CFS, POTS oder PEM zugeschrieben werden.

Zur medizinischen Einordnung können je nach Situation standardisierte Messungen von Herzfrequenz und Blutdruck im Liegen und Stehen oder weitere Untersuchungen eingesetzt werden. Ein einzelner Wearable-Wert ersetzt diese Beurteilung nicht.

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Quellen & Prüfung

Redaktionell geprüft am 18.09.2026

Quellenstand: September 2026. Redaktioneller Evidenzreview abgeschlossen. Eine medizinische Fachprüfung wird nur ausgewiesen, wenn eine konkrete qualifizierte Person mit Profil und Prüfdatum dokumentiert ist. Redaktionelle Standards

  1. 1.NICE Guideline NG206 – ME/CFS: diagnosis and management, Orthostatic intolerance und Care for people with severe or very severe ME/CFS. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
  2. 2.CDC – Manage ME/CFS; Strategies to Prevent Worsening of Symptoms; Clinical Overview of ME/CFS. Quelle öffnen (öffnet in neuem Tab)
  3. 3.Christopoulos EM et al. Mapping cerebral blood flow in ME/CFS and orthostatic intolerance. J Transl Med. 2025. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  4. 4.van Campen CMC et al. Cerebral blood flow is reduced in ME/CFS during head-up tilt testing. Clin Neurophysiol Pract. 2020. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)
  5. 5.Lau DH et al. Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome: A State-of-the-Art Review. Heart Lung Circ. 2026. In PubMed suchen (öffnet in neuem Tab)

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